INNOVATION / VERTIEFUNG
Geschäftsmodelle verändern

IN EINER MINUTE VERSTEHEN
Geschäftsmodellinnovation verändert die Logik, wie Wert geschaffen, bereitgestellt und wirtschaftlich genutzt wird. Dabei können bekannte Leistungen neu kombiniert werden.
Leitfrage: Wie könnten wir Nutzen, Wertschöpfung und Erträge anders miteinander verbinden?
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01 / Das Zusammenspiel verstehen
Ein Geschäftsmodell verbindet neun Bausteine. Jeder beschreibt eine eigene Perspektive; tragfähig wird das Modell durch ihr Zusammenspiel. Wähle einen Baustein, um seine Bedeutung und die wichtigsten Leitfragen kennenzulernen.
Prüfe nach jeder Veränderung auch die Verbindungen zu den anderen Bausteinen. Ein neues Wertangebot kann andere Ressourcen, Aktivitäten, Partner oder Einnahmequellen erfordern.
02 / Muster als Anregung verwenden
Wähle in der Taxonomie einen Baustein aus und vergleiche passende Geschäftsmodell-Muster. Prüfe, welche Veränderung sie in deinem Vorhaben anstoßen können und welche anderen Bausteine davon betroffen wären.
Nutze die Taxonomie als Orientierung: Betrachte einzelne Bausteine, entdecke alternative Prinzipien und prüfe, welche davon zu deinem Vorhaben passen. Muster lassen sich anpassen und miteinander kombinieren. Sie liefern Anregungen für neue Geschäftsmodelle; ob die Kombination sinnvoll und tragfähig ist, muss im jeweiligen Kontext geprüft werden.
Taxonomiefamilien entdecken
Die folgenden neun Familien ordnen Muster nach ihrem hauptsächlichen Ansatzpunkt im Business Model Canvas. Die Gestaltungsrichtungen sind eine Orientierung; sie bilden keine abgeschlossene Liste und lassen sich familienübergreifend kombinieren.
01 / Kundensegmente
Markt- und Zielgruppenmuster
Diese Familie ordnet Muster danach, für wen Wert geschaffen wird und wie ein Markt strukturiert ist.
Unterfamilien
- 1.1 / Nischen- und Long-Tail-Märkte
- 1.2 / Mehrseitige und Peer-to-Peer-Märkte
- 1.3 / Unversorgte und inklusive Märkte
- 1.4 / Kunden als Mitgestalter und zahlende Dritte
02 / Wertangebote
Nutzen- und Angebotsmuster
Diese Familie beschreibt unterschiedliche Prinzipien, nach denen ein Angebot einen Nutzen stiftet.
Unterfamilien
- 2.1 / Individualisierung
- 2.2 / Bündel- und Komplettlösungen
- 2.3 / Ergebnis- und Funktionsangebote
- 2.4 / Digitale und datenbasierte Angebote
- 2.5 / Zirkuläre und suffiziente Angebote
29 Pattern · 156 Varianten entdecken
Massenindividualisierung6 Varianten →
Komplettlösung6 Varianten →
Bündellösung6 Varianten →
Erlebnis6 Varianten →
Konsequente Vereinfachung6 Varianten →
Dematerialisierung6 Varianten →
Wissensvorsprung6 Varianten →
Netzwerk6 Varianten →
Produktion auf Abruf6 Varianten →
Lokale Produktion6 Varianten →
Crowdsourcing6 Varianten →
Offene Wertschöpfung6 Varianten →
Franchising6 Varianten →
Nahe Null Grenzkosten6 Varianten →
On Demand Kosten6 Varianten →
White Label4 Varianten →
Markenbestandteil hervorheben4 Varianten →
Shop-in-Shop4 Varianten →
Cross-Selling4 Varianten →
Open Source4 Varianten →
Remote Service6 Varianten →
Rent instead of Buy4 Varianten →
Funktionales Ergebnis6 Varianten →
Suffizienzangebot6 Varianten →
Produktverantwortung6 Varianten →
Inklusive Wertschöpfung6 Varianten →
Reverse Innovation4 Varianten →
Ressourceneffizienz4 Varianten →
Erneuerbare Substitution4 Varianten →
03 / Kanäle
Zugangs- und Vertriebsmuster
Diese Familie ordnet die Wege, über die Menschen ein Angebot kennenlernen, beziehen und nutzen.
Unterfamilien
- 3.1 / Direktvertrieb
- 3.2 / Onlinehandel
- 3.3 / Partnervertrieb
- 3.4 / Marktplatzvertrieb
- 3.5 / Omnichannel
04 / Kundenbeziehungen
Beziehungs- und Beteiligungsmuster
Diese Familie unterscheidet, wie die Zusammenarbeit mit Kunden gestaltet und über die Zeit erhalten wird.
Unterfamilien
- 4.1 / Persönliche Beratung
- 4.2 / Selbstbedienung
- 4.3 / Automatisierte und personalisierte Betreuung
- 4.4 / Community und Co-Creation
- 4.5 / Kundenbindung und Wechselkosten
3 Pattern · 12 Varianten entdecken
05 / Einnahmequellen
Erlös- und Zahlungslogikmuster
Diese Familie ordnet Muster danach, wofür, von wem und in welcher Form Einnahmen entstehen.
Unterfamilien
- 5.1 / Verkauf
- 5.2 / Abonnement und Mitgliedschaft
- 5.3 / Nutzungsabhängige Zahlung
- 5.4 / Ergebnisabhängige Vergütung
- 5.5 / Lizenzierung
- 5.6 / Vermittlung und Provision
- 5.7 / Werbe- und Drittfinanzierung
12 Pattern · 62 Varianten entdecken
Dynamische Preisgestaltung6 Varianten →
Auktion6 Varianten →
Zahle was du willst6 Varianten →
Basis und Zusatzleistung6 Varianten →
Köder und Hakenmodell6 Varianten →
Quersubventionierung6 Varianten →
Freemium6 Varianten →
Performance-based Contracting4 Varianten →
Revenue Sharing4 Varianten →
Pay-per-Use4 Varianten →
Lizenzierung4 Varianten →
Abonnement4 Varianten →
06 / Schlüsselressourcen
Ressourcen- und Befähigungsmuster
Diese Familie beschreibt, wie die für ein Geschäftsmodell notwendigen Grundlagen verfügbar werden.
Unterfamilien
- 6.1 / Eigene Ressourcen
- 6.2 / Geteilte Ressourcen
- 6.3 / Ressourcen auf Abruf
- 6.4 / Wissen und geistiges Eigentum
- 6.5 / Daten und KI-Modelle
07 / Schlüsselaktivitäten
Leistungs- und Prozessmuster
Diese Familie ordnet Muster danach, wie die wesentlichen Leistungen eines Geschäftsmodells entstehen.
Unterfamilien
- 7.1 / Standardisierte Leistungserbringung
- 7.2 / Individuelle Problemlösung
- 7.3 / Automatisierung und KI
- 7.4 / Plattformbetrieb
- 7.5 / Kreislaufführung und Wiederaufbereitung
24 Pattern · 138 Varianten entdecken
Outsourcing6 Varianten →
Outtasking6 Varianten →
Integrator4 Varianten →
Orchestrator6 Varianten →
Asset light6 Varianten →
Layer Player4 Varianten →
Verbundvorteile6 Varianten →
Make More of It4 Varianten →
Automatisierte Wertschöpfung6 Varianten →
Intelligente Automatisierung6 Varianten →
Digitales Produkt6 Varianten →
Software6 Varianten →
Mensch-KI-Koproduktion6 Varianten →
Agentische Leistung6 Varianten →
Zirkuläres Angebot6 Varianten →
Reparatur6 Varianten →
Sekundärrohstoff6 Varianten →
Materialrückgewinnung6 Varianten →
Sekundärrohstoffnutzung6 Varianten →
Remanufacturing6 Varianten →
Rethink6 Varianten →
Repurpose6 Varianten →
Wiederverkauf6 Varianten →
Rückführungslogistik6 Varianten →
08 / Schlüsselpartner
Kooperations- und Netzwerkmuster
Diese Familie beschreibt, welche Rolle die Zusammenarbeit bei der Wertschöpfung spielen kann.
Unterfamilien
- 8.1 / Lieferanten- und Auslagerungsnetzwerke
- 8.2 / Entwicklungsallianzen
- 8.3 / Vertriebsallianzen
- 8.4 / Plattformökosysteme
- 8.5 / Coopetition
13 Pattern · 80 Varianten entdecken
Strategische Allianz6 Varianten →
Gemeinschaftsunternehmen6 Varianten →
Cooperation6 Varianten →
Strategische Lieferantenpartnerschaften6 Varianten →
Materialeinkauf-Partnerschaft6 Varianten →
Gekoppelte offene Innovation6 Varianten →
Partnernetzwerk6 Varianten →
Industrielle Symbiose6 Varianten →
Ressourcenpool6 Varianten →
Direktvermittlung8 Varianten →
Digitale Plattform6 Varianten →
Plattformorchestrierung6 Varianten →
Plattformökosystem6 Varianten →
09 / Kostenstruktur
Aufwands- und Kostenlogikmuster
Diese Familie ordnet die Prinzipien, durch die Aufwand entsteht, verteilt oder verändert wird.
Unterfamilien
- 9.1 / Skaleneffekte
- 9.2 / Verbundeffekte
- 9.3 / Variable Kosten statt Fixkosten
- 9.4 / Geteilte Kosten
- 9.5 / Komplexitätsreduktion
3 Pattern · 18 Varianten entdecken
So gehst du vor: Wähle einen Baustein, erkunde die Familie und formuliere eine alternative Logik. Prüfe anschließend Nutzen, Voraussetzungen und Auswirkungen auf die anderen Bausteine.
03 / Nachhaltigkeit prüfen
Prüfe dein Geschäftsmodell aus drei Perspektiven: Effizienz, Konsistenz und Suffizienz. Die Grafik zeigt unterschiedliche Ansatzpunkte – vom Optimieren bestehender Leistungen über Kreisläufe bis zum Hinterfragen des Bedarfs. Die Perspektiven können sich ergänzen.
Effizienz / Mit weniger Ressourcen mehr leisten
Optimiere Ressourcen, Assets und Prozesse. Verbessere bestehende Leistungen mit Technologie und Daten und entferne unnötige Komplexität.
Passende Geschäftsmodellmuster
- Geteilte Ressourcen: Geteilte Mittel können vorhandene Kapazitäten besser auslasten.
- Automatisierung und KI: Automatisierung kann Prozesse und Ressourceneinsatz verbessern; ihr eigener Energiebedarf zählt mit.
- Verbundeffekte: Gemeinsame Grundlagen für mehrere Leistungen können doppelte Aufwände verringern.
- Komplexitätsreduktion: Weniger Varianten und Schnittstellen können unnötigen Ressourcenverbrauch reduzieren.
Prüffrage: Sinkt der Ressourcenbedarf je Leistung und auch insgesamt? Zusätzliche Nutzung oder technische Infrastruktur können Einsparungen aufheben.
Konsistenz / Stoff- und Materialkreisläufe naturverträglich gestalten
Verlängere die Nutzung von Produkten und Assets, gewinne ihren Wert zurück und schließe Materialkreisläufe. Prüfe Rücknahme, Reparatur, Wiederaufbereitung und Recycling über den gesamten Lebenszyklus.
Passende Geschäftsmodellmuster
- Zirkuläre und suffiziente Angebote: Die Angebotslogik richtet sich auf längere Nutzung und geschlossene Kreisläufe.
- Kreislaufführung und Wiederaufbereitung: Rücknahme und Aufbereitung machen Produkte und Komponenten erneut nutzbar.
- Ergebnis- und Funktionsangebote: Ein Funktionsangebot kann dem Anbieter einen Anreiz für langlebige und reparierbare Produkte geben.
- Lieferanten- und Auslagerungsnetzwerke: Rücknahme- und Aufbereitungspartner können einen funktionierenden Kreislauf ermöglichen.
Prüffrage: Wer organisiert Rücknahme und erneute Nutzung? Wie viel Primärmaterial wird tatsächlich ersetzt, und welche Verluste oder Belastungen entstehen im Kreislauf?
Suffizienz / Ressourcenbedarf und Konsum grundsätzlich reduzieren
Hinterfrage den Bedarf und die Art seiner Erfüllung. Reduziere unnötigen Verbrauch oder vermeide ein physisches Produkt, wenn das benötigte Ergebnis mit weniger Material erreichbar ist.
Passende Geschäftsmodellmuster
- Zirkuläre und suffiziente Angebote: Suffiziente Angebote unterstützen bedarfsgerechte Nutzung und weniger Neukonsum.
- Ergebnis- und Funktionsangebote: Das benötigte Ergebnis kann mit weniger Produkten statt zusätzlichem Besitz erreicht werden.
- Digitale und datenbasierte Angebote: Eine digitale Leistung kann physische Produkte oder Wege ersetzen; die digitale Infrastruktur ist mitzubilanzieren.
- Geteilte Ressourcen: Gemeinsame Nutzung kann die Zahl benötigter Produkte senken, wenn sie Neuanschaffungen ersetzt.
Prüffrage: Wird weniger neu produziert und konsumiert? Ersetzt der Ansatz vorhandenen Verbrauch oder erzeugt er zusätzliche Nachfrage?
Eine Musterzuordnung allein belegt noch keinen Nachhaltigkeitsbeitrag.
ZUSAMMENHÄNGE VERSTEHEN
Neun Bausteine, ein zusammenhängendes Geschäftsmodell
Nutze die Grafik als Arbeitsübersicht: Markiere die Bausteine, die du verändern möchtest, und prüfe ihre Verbindungen. Die verlinkte Canvas-Seite erläutert den Aufbau im Detail.
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