Innovation als Lernprozess

INNOVATION / VERTIEFUNG

Innovation als Lernprozess

Eine Lösung entwickeln und prüfen

IN EINER MINUTE VERSTEHEN

Innovationsarbeit baut Wissen auf. Du machst Annahmen sichtbar, prüfst die wichtigsten davon und entscheidest auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse.

Leitfrage: Was müssen wir als Nächstes lernen, bevor wir weiter investieren?

SCHRITT FÜR SCHRITT

Gezielt vertiefen

Öffne den Abschnitt, den du näher kennenlernen möchtest.

01 / Annahmen erkennen und priorisieren
Annahmen sammeln
Unsicherheit prüfen
Kritischste Annahme wählen

Zu Beginn vermuten wir, dass ein Problem relevant ist, Menschen eine Lösung nutzen und eine Umsetzung wirtschaftlich möglich ist. Kennzeichne diese Vermutungen ausdrücklich. Prüfe zuerst die Annahme, deren Widerlegung das Vorhaben am stärksten infrage stellt.

02 / Die Lernschleife nutzen
Annahme
Hypothese
Experiment
Beobachtung
Erkenntnis
Entscheidung

Annahme → überprüfbare Hypothese → Experiment → Beobachtung → Erkenntnis → Entscheidung. Lege vor dem Test fest, welche Beobachtung deine Annahme stützen oder widerlegen würde. Ein Experiment soll Erkenntnisse liefern; auch ein negatives Ergebnis ist wertvoll.

03 / Evidenz und Investition gemeinsam steigern
Recherche / erste Hinweise
Prototyp / Nutzung prüfen
Pilot / Betrieb prüfen
Skalierung / belastbare Evidenz

Recherche und Interviews liefern erste Hinweise. Prototypen prüfen Nutzung und Funktionen, Piloten den realen Betrieb. Je größer die Investition, desto belastbarer sollte die Entscheidungsgrundlage sein. Ein erfolgreicher kleiner Test garantiert noch keine Skalierbarkeit.

VOM VERSTEHEN ZUR PROBLEMSTELLUNG

Probleme rahmen und neu betrachten

Perspektivwechsel von der Parkplatzsuche zum Weg an den Arbeitsplatz

Framing legt fest, aus welcher Perspektive wir eine Herausforderung betrachten. Reframing hinterfragt diesen Rahmen, wenn neue Erkenntnisse eine andere Sicht nahelegen. Beides verbindet das Verstehen von Menschen und Kontext mit dem Definieren einer Problemstellung, bevor Lösungen entwickelt werden.

Aus „Wie finden Berufspendler schneller einen Parkplatz?“ kann „Wie kommen Berufspendler zuverlässig und stressfrei an ihren Arbeitsplatz?“ werden. Der neue Rahmen öffnet weitere Lösungswege. Ob er sinnvoll ist, hängt von den tatsächlichen Bedürfnissen, dem Kontext und dem Untersuchungsauftrag ab.

Ein Perspektivwechsel ist eine begründete Lernentscheidung. Seine Annahmen werden überprüft; bei Bedarf wird auch die Abgrenzung des Suchfelds angepasst.

Framing und Reframing verstehen →

Reframing als Methode anwenden →

LERNEN GESTALTEN

Mit Design Thinking vom Verstehen zum Prüfen

Design Thinking verbindet das Verständnis für Menschen mit dem Entwickeln und Prüfen möglicher Lösungen. Die sechs Phasen geben Orientierung. Sie sind keine starre Abfolge: Neue Erkenntnisse können eine Rückkehr zu früheren Fragen erforderlich machen.

04 / Durch Design Thinking lernen

Wähle eine Phase, um Ziel, Leitfrage, Vorgehen, Ergebnis und passende Rollen kennenzulernen. Ein Prototyp macht Annahmen prüfbar; seine Bestätigung ersetzt noch keine Prüfung von Einführung, Betrieb und Skalierung.

05 / Problemraum, Lösungsraum und Realisierungsraum
Problemraum
Verstehen
Lösungsraum
Entwickeln und prüfen
Realisierungsraum
Umsetzen und lernen

Lösungsraum

Leitfrage: Was könnte helfen und wie prüfen wir es?

Die Räume überschneiden sich. Erkenntnisse aus der Umsetzung können die Problemdefinition verändern; neue Lösungsansätze können weitere Fragen zum Bedarf aufwerfen. Verstehen, Beobachten und Sichtweise definieren liegen vor allem im Problemraum. Ideen, Prototypen und Tests erschließen den Lösungsraum. Piloten bilden eine Brücke zur Realisierung.

06 / Divergenz und Konvergenz

Divergenz: Perspektiven, Erkenntnisse und Möglichkeiten erweitern. Unterschiede zulassen, Alternativen sammeln und vorschnelle Festlegungen zurückstellen.

Konvergenz: Erkenntnisse verdichten, Kriterien anwenden und begründet auswählen. Eine gemeinsame Richtung festlegen und die nächste Lernfrage bestimmen.

Problem klären

 

Öffnen: unterschiedliche Erfahrungen erfassen.
Verdichten: relevante Problemstellung definieren.

Lösung entwickeln

 

Öffnen: alternative Ideen entwickeln.
Verdichten: auswählen, prototypisieren und prüfen.

Öffnen und Verdichten wechseln mehrfach. Auch innerhalb einer Phase kann beides erforderlich sein. Kriterien sollten zum jeweiligen Erkenntnisstand passen: Frühe Ideen brauchen Lernpotenzial, spätere Entscheidungen belastbare Evidenz.

07 / Rollen und Denkweisen im Prozess

Ein Innovationsteam braucht unterschiedliche Beiträge. Rollen sind beweglich: Eine Person kann mehrere übernehmen, und jede Rolle kann in unterschiedlichen Phasen hilfreich sein. Entscheidend ist, welche Denkweise die aktuelle Aufgabe benötigt.

Profilbild: Entdecker / Forscher

Entdecker / Forscher

Chancen und neue Perspektiven erschließen.

Denkweise: neugierig, offen.

Passende Prozessabschnitte:

Profilbild: Skalierer / Lernender

Skalierer / Lernender

Nutzungserfahrungen aufnehmen und Lösungen weiterentwickeln.

Denkweise: systemisch, reflektierend.

Passende Prozessabschnitte:

Strategisches Denken schafft Richtung, kreatives Denken eröffnet Möglichkeiten, analytisches Denken prüft Zusammenhänge und operatives Denken bringt Vorhaben in die Anwendung. Ein Team sollte bewusst zwischen diesen Denkweisen wechseln können.

08 / Den nächsten Lernschritt bestimmen
Wissen
Annahmen
Lernfrage
Kleiner Test

Beantworte gemeinsam vier Fragen:

  1. Was wissen wir und worauf stützt sich dieses Wissen?
  2. Was nehmen wir nur an?
  3. Was müssen wir als Nächstes herausfinden?
  4. Wie können wir es mit einem kleinen Test prüfen?

Lege fest, welche Beobachtung eine Entscheidung auslösen würde, wer den Test durchführt und wann ihr die Erkenntnisse gemeinsam auswertet.

ZUSAMMENHÄNGE VERSTEHEN

Die Haltung macht den Unterschied

Nutze die Grafik, um im Team über die Haltung beim nächsten Lernschritt zu sprechen. Wählt eine konkrete Verhaltensweise, die euch bei der Untersuchung unterstützt.

Die Haltung macht den Unterschied
Innovation braucht Offenheit, unterschiedliche Perspektiven und die Bereitschaft, aus Experimenten zu lernen.
Einordnung und Anwendung
Lernfrage
Test
Beobachtung
Entscheidung
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NÄCHSTER SCHRITT

Geschäftsmodelle verändern

Weiter: Geschäftsmodelle verändern →

Den organisatorischen Rahmen schaffen

Ein Lernprozess braucht ein arbeitsfähiges Team, Freiraum und einen verlässlichen Rhythmus zwischen gemeinsamer Arbeit und Untersuchung.

Innovation organisieren →