METHODE

Nutzerprofile entwickeln

Mit dieser Methode kannst du wiederkehrende Nutzungsmuster zu nachvollziehbaren Archetypen verdichten.

Ziel und Kurzüberblick

Ziel

Wiederkehrende Bedarfsmuster verdichten

Geeignet für

Wenn du mehrere Interviews oder Beobachtungen ausgewertet hast und unterschiedliche Bedarfsmuster für die weitere Gestaltung greifbar machen möchtest

Dauer

45–90 Minuten nach Auswertung von Nutzererkenntnissen

Teilnehmer

2–5 Personen mit gemeinsamem Nutzerwissen

Innovationsraum

Problemraum · primär

Ergebnis

Belegte Bedarfsmuster mit Grenzen und Gegenbeispielen

Planungswerte für einen ersten fokussierten Durchgang. Datenerhebung, Tests, Abstimmung und Umsetzung können zusätzliche Zeit benötigen.

Was ist die Methode?

Archetypen verdichten wiederkehrende Muster von Bedürfnissen, Verhalten und Kontext. Sie beruhen auf Erkenntnissen aus der Praxis und werden bei neuen Hinweisen angepasst. Eine Persona kann einen Archetyp anschaulich darstellen; erfundene Lebensläufe ersetzen keine Belege.

AUSGANGSPUNKT

Nutzererkenntnisse

DENKPRINZIP

Wiederkehrende Muster verdichten

ERGEBNIS

Belegte Archetypen

Prinzip: Aus einem konkreten Ausgangspunkt entsteht durch gezielte Bearbeitung ein nutzbares Ergebnis.

Wann einsetzen?

Nutze diese Methode, wenn du mehrere Interviews oder Beobachtungen ausgewertet hast und unterschiedliche Bedarfsmuster für die weitere Gestaltung greifbar machen möchtest.

Die Erkenntnisse können spätere Lösungs- und Umsetzungsentscheidungen vorbereiten. Neue Erkenntnisse können eine erneute Untersuchung im Problemraum erforderlich machen.

Nicht ausreichend, wenn … noch keine Nutzererkenntnisse vorliegen; ein erfundener Archetyp ersetzt keine Untersuchung.

Leitfrage

Welche wiederkehrenden Muster von Ziel, Situation und Verhalten unterscheiden die Menschen in unserem Suchfeld?

Vorbereitung und benötigte Informationen

Kläre die Fragestellung, die Beteiligten und die verfügbaren Informationen vor dem Start. Nutze für die Dokumentation das verlinkte Arbeitsblatt.

Ablauf in Schritten

Das benötigst du: Ausgewertete Gespräche oder Beobachtungen; belegte Muster und Gegenbeispiele; gemeinsames Arbeitsboard.

Bearbeite die vier Aufgaben der Reihe nach. Das Ergebnis jedes Schritts hilft dir beim nächsten.

  1. 01Erkenntnisse sammeln

    Deine Aufgabe

    Erkenntnisse aus mehreren Interviews und Beobachtungen zusammentragen.

    Ergebnis dieses Schritts

    Vergleichbare Erkenntnisse aus mehreren Fällen.

    Wozu? Damit einzelne Anekdoten nicht als allgemeines Muster gelten.

  2. 02Muster vergleichen

    Deine Aufgabe

    Wiederkehrende Bedürfnisse , Ziele und Verhaltensweisen vergleichen.

    Ergebnis dieses Schritts

    Vorläufige Gruppen nach Ziel, Situation und Verhalten.

    Wozu? Damit relevante Unterschiede sichtbar bleiben.

  3. 03Archetypen beschreiben

    Deine Aufgabe

    Wenige unterscheidbare Muster mit Belegen beschreiben.

    Ergebnis dieses Schritts

    Ein beschriebenes Muster mit Hindernissen und Bedürfnissen.

    Wozu? Damit das Muster für die Gestaltung verständlich wird.

  4. 04Archetypen prüfen

    Deine Aufgabe

    Archetypen im Team prüfen, für Entscheidungen nutzen und mit neuen Erkenntnissen aktualisieren.

    Ergebnis dieses Schritts

    Belege, Gegenbeispiele und Grenzen der Übertragbarkeit.

    Wozu? Damit Archetypen überprüfbar und veränderbar bleiben.

Ergebnis und Auswertung

Belegte Bedarfsmuster mit Grenzen und Gegenbeispielen. Sie ermöglichen den Vergleich von Lösungsideen aus verschiedenen Nutzersichten und gezielte Tests mit passenden Personen.

Beispiel zur Einordnung

Vereinfachtes fiktives Beispiel zur Einordnung.

Ausgangssituation

Ein Team hat Pendler mit verschiedenen Arbeitszeiten befragt.

Anwendung

Es gruppiert beobachtete Muster nach Planbarkeit und zeitlichem Spielraum.

Erkenntnis / Ergebnis

„Zeitgebundene Ankunft“ beschreibt einen belegten Bedarf; ein erfundener Name oder ein Porträt wäre nur Darstellung.

Grenzen und typische Fehler

Hilfreich ✓

  • Muster auf mehrere konkrete Fälle beziehen.
  • Unterschiede und Gegenbeispiele dokumentieren.
  • Eine Persona als Darstellungsform kennzeichnen.

Vermeiden ✕

  • Stereotype Lebensläufe als Forschung ausgeben.
  • Zu jedem Interview einen eigenen Archetyp erzeugen.
  • Archetypen dauerhaft unverändert lassen.

Passendes Werkzeug

Die Arbeitsfläche und das ausfüllbare Arbeitsschema findest du auf einer eigenen Werkzeugseite. Wähle die Methode nach deiner Fragestellung; nutze das Werkzeug zum Erfassen und Dokumentieren.

Nutzerprofil-Vorlage öffnen →

Nächster methodischer Schritt

Wähle den nächsten Schritt danach, welche Frage nach der Anwendung noch offen ist.

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