METHODE

Anspruchsgruppen verstehen

Mit dieser Methode kannst du relevante Beteiligte, ihre Interessen und ihren Einfluss sichtbar machen.

Ziel und Kurzüberblick

Ziel

Anspruchsgruppen und Beteiligung klären

Geeignet für

Wenn du wissen möchtest, wer das Vorhaben beeinflusst, wer von seinen Folgen betroffen ist und welche Perspektiven in der Untersuchung oder Umsetzung fehlen

Dauer

30–60 Minuten für einen ersten Überblick

Teilnehmer

3–6 Personen mit verschiedenen Bereichssichten

Innovationsraum

Problemraum · primär

Ergebnis

Eine begründete Übersicht relevanter Anspruchsgruppen und ein Beteiligungsplan

Planungswerte für einen ersten fokussierten Durchgang. Datenerhebung, Tests, Abstimmung und Umsetzung können zusätzliche Zeit benötigen.

Was ist die Methode?

Die Stakeholderanalyse macht Interessen, Einfluss und Betroffenheit sichtbar. Sie hilft, wichtige Perspektiven früh einzubeziehen und die Zusammenarbeit bewusst zu gestalten. Zielgruppen sind dabei nur ein Teil der relevanten Anspruchsgruppen.

AUSGANGSPUNKT

Vorhaben und Betroffene

DENKPRINZIP

Interesse · Einfluss · Betroffenheit

ERGEBNIS

Gezielte Beteiligung

Prinzip: Aus einem konkreten Ausgangspunkt entsteht durch gezielte Bearbeitung ein nutzbares Ergebnis.

Wann einsetzen?

Nutze diese Methode, wenn du wissen möchtest, wer das Vorhaben beeinflusst, wer von seinen Folgen betroffen ist und welche Perspektiven in der Untersuchung oder Umsetzung fehlen.

Die Erkenntnisse können spätere Lösungs- und Umsetzungsentscheidungen vorbereiten. Neue Erkenntnisse können eine erneute Untersuchung im Problemraum erforderlich machen.

Nicht ausreichend, wenn … Interessen nur intern vermutet und nie mit den Betroffenen geprüft werden.

Leitfrage

Wer beeinflusst [Vorhaben], wer ist betroffen und wie sollen diese Menschen beteiligt werden?

Vorbereitung und benötigte Informationen

Kläre die Fragestellung, die Beteiligten und die verfügbaren Informationen vor dem Start. Nutze für die Dokumentation das verlinkte Arbeitsblatt.

Ablauf in Schritten

Das benötigst du: Vorhaben und Entscheidungsfrage; erste Liste betroffener Menschen und Organisationen; Zugang zu Gesprächen.

Bearbeite die vier Aufgaben der Reihe nach. Das Ergebnis jedes Schritts hilft dir beim nächsten.

  1. 01Vorhaben abgrenzen

    Deine Aufgabe

    Vorhaben und Entscheidungsfrage abgrenzen.

    Ergebnis dieses Schritts

    Ein abgegrenztes Vorhaben.

    Wozu? Damit die Analyse auf eine konkrete Entscheidung bezogen ist.

  2. 02Beteiligte identifizieren

    Deine Aufgabe

    Anspruchsgruppen sammeln und konkrete Vertreter identifizieren.

    Ergebnis dieses Schritts

    Eine Liste relevanter Gruppen mit erreichbaren Vertretern.

    Wozu? Damit indirekt Betroffene ebenso sichtbar werden wie Entscheider.

  3. 03Interessen prüfen

    Deine Aufgabe

    Interessen, Einfluss und Betroffenheit getrennt einschätzen und durch Gespräche prüfen.

    Ergebnis dieses Schritts

    Getrennte Einschätzungen zu Interessen, Einfluss und Betroffenheit.

    Wozu? Damit Einfluss und Betroffenheit nicht verwechselt werden.

  4. 04Beteiligung vereinbaren

    Deine Aufgabe

    Beteiligung und nächste Klärungsschritte vereinbaren.

    Ergebnis dieses Schritts

    Eine vereinbarte Beteiligung mit offenen Klärungsschritten.

    Wozu? Damit aus der Analyse tatsächliche Beteiligung folgt.

Ergebnis und Auswertung

Eine begründete Übersicht relevanter Anspruchsgruppen und ein Beteiligungsplan. Sie ermöglicht die Auswahl von Gesprächspartnern und die Klärung von Zuständigkeiten.

Beispiel zur Einordnung

Vereinfachtes fiktives Beispiel zur Einordnung.

Ausgangssituation

Ein Betrieb verändert die Ankunft am Standort.

Anwendung

Er betrachtet Pendler, Empfang, Nachbarschaft, Standortleitung und Verkehrsunternehmen.

Erkenntnis / Ergebnis

Die Nachbarschaft hat geringe interne Entscheidungsmacht, ist aber von Ausweichverkehr betroffen und wird gezielt einbezogen.

Grenzen und typische Fehler

Hilfreich ✓

  • Einfluss und Betroffenheit getrennt einschätzen.
  • Auch schwer erreichbare Gruppen berücksichtigen.
  • Interessen durch Gespräche überprüfen.

Vermeiden ✕

  • Nur Führungskräfte als Stakeholder aufführen.
  • Geringe Entscheidungsmacht mit geringer Relevanz gleichsetzen.
  • Beteiligung nur auf dem Papier vereinbaren.

Passendes Werkzeug

Die Arbeitsfläche und das ausfüllbare Arbeitsschema findest du auf einer eigenen Werkzeugseite. Wähle die Methode nach deiner Fragestellung; nutze das Werkzeug zum Erfassen und Dokumentieren.

Stakeholder-Landkarte öffnen →

Nächster methodischer Schritt

Wähle den nächsten Schritt danach, welche Frage nach der Anwendung noch offen ist.

← Alle Methoden · Begriffe verstehen